Was ist Bio?
Die biologische Landwirtschaft hat sich der Nachhaltigkeit verschrieben. Dieser Begriff kommt ursprünglich aus der Forstwirtschaft. Dort bedeutet er, dass nur so viel Holz geschlägert werden darf, wie im selben Zeitraum wieder nachwachsen kann.
Nachhaltigkeit als Lebensprinzip bedeutet, nur so viele Ressourcen (Nahrungsmittel, Energie, Öl,..) zu verbrauchen, dass für alle jetzt lebenden Menschen und auch für die kommenden Generationen noch genug da ist.
Wie nachhaltig Sie leben, können Sie übrigens auf auf der Homepage www.mein-fussabdruck.at des Lebensministeriums ermitteln. Berechnet wird Ihr ökologischer Fußabdruck. Das ist jene Fläche, die ein Mensch für seinen individuellen Lebensstil (Essen, Kleidung, Verkehr, Dienstleistungen, Entsorgung,...) „verbraucht“. Wir verbrauchen eindeutig zu viel: Würde jeder Mensch der Welt so leben wie der/die DurchschnittsösterreicherIn, bräuchte es drei Weltkugeln, um die Bedürfnisse zu befriedigen.
Das wichtigste Prinzip im biologischen Landbau ist das Wirtschaften in geschlossenen Kreisläufen, bei der die Kreisläufe in der Natur nachgeahmt werden. Im günstigsten Fall sind Pflanzenbau und Tierhaltung kombiniert: Der Dung der Tiere dient als Dünger für die Pflanzen, diese sind dafür zum Teil Tierfutter. Die Mehrproduktion wird verkauft.
Werden Bio-Erzeugnisse weiterverarbeitet, gibt es ebenfalls Richtlinien. Von den circa 300 möglichen Zusatzstoffen dürfen bei Bio-Produkten nur circa 50 verwendet werden.
Hinter bio stehen strenge Gesetze: Was bio heißen darf, wie Bio-Produkte hergestellt und weiterverarbeitet werden und auch die Kontrollen, alles ist geregelt. Die EU-Richtlinien geben dabei die Mindeststandards vor, die meisten Bio-Verbände haben aber noch strengere Kriterien.
Und das Bio-Kontrollsystem ist das beste Kontrollsystem im Lebensmittelbereich. Mindestens einmal pro Jahr werden sowohl die erzeugenden als auch die verarbeitenden Betriebe kontrolliert – und auch die Kontrollstellen selbst.
Die Bio-Kontrolle stellt man sich vielleicht wie ein fahrendes Labor vor, wo Proben gezogen und dann analysiert werden. Tatsächlich laufen Bio-Kontrollen eher wie Steuerprüfungen ab: Kontrolliert wird der Warenfluss, also zum Beispiel, ob die eingekauften Mengen an Jogurt, Früchten und Zucker mit den verkauften Mengen Fruchtjogurt übereinstimmen.
Laboranalysen auf Pflanzenschutzmittel oder verbotene Zusatzstoffe werden nur selten, z.B. bei Verdacht, angewendet.

