Rundum gut versorgt

Der ganze Körper, alle Gewebe und Organe brauchen Energie und Nährstoffe.

Gehirn

Die Schaltzentrale braucht, um gute Leistung erbringen zu können, konstant Energie. Da das Gehirn nur Kohlenhydrate verwerten kann, braucht es einen konstanten Blutzuckerspiegel, d. h. regelmäßige Mahlzeiten. Außerdem muss es „geschmiert“ werden und zwar mit Omega-3-Fettsäuren aus Fisch, Leinöl, Rapsöl und Walnüssen. Und „gewässert“: Flüssigkeitsmangel ist die häufigste Ursache für Konzentrationsschwierigkeiten und Kopfweh. Und dann beeinflussen auch noch viele Vitamine und Mineralstoffe die Gehirnfunktion. Deshalb nützt abwechslungsreiche, gesunde Ernährung auch dem Gehirn. B-Vitamine, Antioxidantien, Omega-3-Fette und mäßiger Alkoholkonsum können möglicherweise sogar vor Alzheimer schützen.

Augen

Es stimmt, Karotten sind gut für die Augen. Denn sie enthalten reichlich Beta-Carotin, eine Vorstufe des Vitamin A. Letzteres ist fürs Sehen unerlässlich. Nachtblindheit ist ein Symptom von Vitamin-A-Mangel.

Schilddrüse (Hals)

Die Schilddrüse produziert Wachstumshormone, die nicht nur das Wachstum, sondern auch den Stoffwechsel regulieren. Bestandteil dieser Hormone ist Jod. Wird zu wenig von diesem Mineralstoff aufgenommen, bildet sich ein Kropf. Jod kommt vor allem in Meeresfischen, Algen und in pflanzlichen Lebensmitteln vor, wenn die Böden jodreich sind. Österreich ist allerdings ein Jodmangelgebiet, deshalb wird hierzulande seit 1963 Speisesalz jodiert.

Herz und Gefäße

Herz-Kreislauferkrankungen sind die Haupttodesursache in Österreich. Der Grund sind verstopfte Gefäße.  Übergewicht, hoher Cholesterinspiegel, Rauchen und Bluthochdruck sind die bedeutendsten Risikofaktoren. Einfach und mehrfach ungesättigte und vor allem Omega-3-Fettsäuren können das schlechte LDL-Cholesterin senken und das gute HDL-Cholesterin erhöhen. Sie sind in allen Pflanzenölen, Samen und Nüssen drin, Omega-3-Fette in Fisch, Leinöl, Rapsöl und Walnüssen. Auch Ballaststoffe aus Obst, Gemüse und Haferflocken können den Cholesterinspiegel senken. Mäßig Alkohol (höchstens ein Achtel Wein oder ein Seidl Bier pro Tag für Frauen, für Männer das Doppelte) erhöht ebenfalls das gute HDL-Cholesterin. Mehr Alkohol führt aber zu Bluthochdruck. Apropos: Bei vielen Menschen sinkt der Blutdruck, wenn sie weniger Salz essen. Auch Antioxidantien, die vor allem in Obst und Gemüse und auch im grünen Tee vorkommen, schützen die Gefäße, wenn es bereits Ablagerungen gibt.

Blut

Das Blut versorgt alle Organe und Gewebe des Körpers mit Energie und Nährstoffen. Ausgeklügelte Regulationsmaßnahmen sorgen dafür, dass der Blutzuckerspiegel immer ungefähr gleich hoch ist. (Wenn das nicht mehr gewährleistet ist, erkrankt man an Diabetes, der Zuckerkrankheit.) Für die Blutbildung selbst ist Eisen unerlässlich, dieser Mineralstoff ist zentraler Bestandteil des Blutfarbstoffs Hämoglobin. Eisen kommt vor allem in Fleisch vor, aber auch in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und vielen grünen Blattgemüsesorten (z. B. Spinat). Im Blut „schwimmen“ aber auch Antikörper, die für die Krankheitsabwehr verantwortlich sind. Diese Stoffe sind Eiweißkörper. Am Funktionieren des Immunsystems sind außerdem viele Vitamine und Mineralstoffe beteiligt, allen  voran Vitamin C. Deshalb ist eine erhöhte Krankheitsanfälligkeit eines der ersten Symptome bei Fehlernährung. Damit das Blut nicht ins Stocken gerät, was insbesondere bei älteren Menschen nicht selten vorkommt, ist ausreichend Trinken nötig.

Muskeln

Muskeln bestehen hauptsächlich aus Eiweiß. Deshalb braucht jeder Mensch, nicht nur SportlerInnen, genügend von diesem Nährstoff. Aus Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten kann der Körper Eiweiß besser verwerten, weil tierisches Eiweiß dem menschlichen ähnlicher ist. Mit einer Mischung aus verschiedenen Eiweißquellen kann man aber auch ganz ohne Fleisch auskommen: z.B. Erdäpfel und Topfen, Hülsenfrüchte und Mais oder Brot und Ei. Muskelkrämpfe sind oft ein Anzeichen von Magnesiummangel, vor allem bei SportlerInnen. Magnesium ist in Vollkorn-, Milchprodukten, Erdäpfeln und vielen Gemüsesorten enthalten.

Haut

Die Haut ist das größte Organ des Menschen, Abgrenzung und Schutz vor äußeren Einflüssen. Damit sie diese Funktionen erfüllen kann, benötigt sie vor allem mehrfach ungesättigte Fettsäuren aus Pflanzenölen und Nüssen, das Vitamin Biotin, das in Eiern, Sojabohnen, Germ, Getreide und Hülsenfrüchten vorkommt, und – einmal mehr – Flüssigkeit. Sollte sie zu lange der Sonne ausgesetzt worden sein, entstehen Radikale, die sie schädigen. Antioxidantien können das Schlimmste verhindern. Zu finden sind sie z.B. als Carotine in rotem, gelbem, orangem oder grünem Gemüse und Marillen, als Vitamin E in Pflanzenölen, Samen und Nüssen, als Vitamin C in frischem Obst und Gemüse und als Polyphenole z.B. in grünem Tee. Apropos Sonne: Die Haut kann unter dem Einfluss von Sonneneinstrahlung selbst Vitamin D produzieren. 15 Minuten Aufenthalt im Freien an einem sonnigen Tag in einem kurzärmeligen Shirt reichen da schon.

Knochen

Knochen sind vergleichbar mit einem Konto. Ungefähr bis zum 30. Lebensjahr kann man einzahlen, danach nur mehr abheben. Deshalb gibt es zwei wesentliche Maßnahmen, um Osteoporose vorzubeugen: In jungen Jahren möglichst viel einzahlen und später möglichst wenig abheben. Beides funktioniert mit viel Bewegung, Kalzium und Vitamin D und wenig Alkohol. Die beste Kalziumquelle sind nach wie vor Milchprodukte, Sojaprodukte, denen Kalzium zugesetzt wurde, sind eine gute Alternative. Außerdem kommt dieser Mineralstoff in Brokkoli, Kohl, Fenchel und Lauch sowie in Sesam reichlich vor. Damit Kalzium in die Knochen eingebaut werden kann, muss auch Vitamin D vorhanden sein.  Vitamin D kommt aus Fisch, Eiern, Butter und Vollmilchprodukten – oder wird in der Haut selbst produziert.

Magen

Der Magen ist die Pforte in den Verdauungstrakt. Hier geht’s mit der Verdauung so richtig los, und der sehr saure Magensaft tötet auch Keime ab, die wir mitessen. Der Magen kommt auch mit zahlreichen Stoffen in Berührung, die ihm nicht so sehr bekommen. Aus Nitritpökelsalz, das als Konservierungsmittel in Wurst und Fleischwaren verwendet wird, können im Magen z.B. so genannte Nitrosamine entstehen, die Magenkrebs hervorrufen können. Vitamin C verhindert das zu einem gewissen Grad. Ein bis fünf Stunden bleibt Gegessenes im Magen, Fettes am längsten. Ballaststoffe aus Vollkornprodukten, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten füllen den Magen und machen schneller satt, weil sie wie ein Schwamm Wasser aufsaugen und „mehr“ werden.

Dickdarm

Im Dickdarm wird die Verdauung abgeschlossen. Hier bleibt der Nahrungsbrei am längsten und hat die größte Chance, Schaden anzurichten, wenn das Essen Stoffe enthielt, die dem Verdauungstrakt nicht gut tun (z.B. Benzpyrene, die beim Grillen entstehen, wenn Fett ins Feuer tropft). Es gilt der Grundsatz: Je kürzer die Durchgangszeit, desto besser. Schneller geht’s, wenn man viele Ballaststoffe aus Vollkornprodukten, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten isst und – ganz wichtig – viel trinkt. Darüber hinaus erfüllt der Dickdarm, oder besser gesagt die circa 250 Billionen Keime darin wichtige Funktionen in der Krankheitsabwehr: Ist die Darmwand mit „guten Keimen“ besiedelt, können sich „böse“ nicht so leicht ansiedeln. Die Ernährung hat großen Einfluss auf die Besiedelung des Darms: Zum einen können „gute Keime“ mit milchsauer Vergorenem (z.B. Jogurt) direkt aufgenommen werden, zum anderen    benötigen sie Ballaststoffe für ihre eigene Ernährung. Ballaststoffe und eine intakte Darmflora gelten übrigens als Schutzfaktoren vor Dickdarmkrebs.

Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate

werden als Hauptnährstoffe bezeichnet. Fett und Kohlenhydrate benötigt der Körper vor allem zur Energiegewinnung, wobei Fett mehr als doppelt so viele Kalorien hat wie die beiden anderen Hauptnährstoffe. Eiweiß wird nur im Hungerzustand als Energiequelle herangezogen. Normalerweise dient es als Bausubstanz für Muskeln, Enzyme, Hormone, Antikörper etc.

Fett ist nicht gleich Fett.

Man unterscheidet zwischen gesättigten, einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Gesättigte Fette kommen hauptsächlich in tierischen Produkten vor, sie sind die weniger günstigen, weil sie den Cholesterinspiegel erhöhen. Einfach und mehrfach ungesättigte dagegen senken ihn. Darüber hinaus sind einige der ungesättigten Fettsäuren essentiell, d.h. für den Körper unerlässlich, sie müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.

Omega-3-Fettsäuren

gehören zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Sie sind die „Tausendsassa“ in der Ernährung, weil sie so viele positive Wirkungen haben: Sie schützen vor Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzrhythmusstörungen, möglicherweise vor Darmkrebs, senken den Blutdruck, die Triglyzeride, das schlechte LDL-Cholesterin und erhöhen das gute HDL-Cholesterin. Außerdem hemmen sie Entzündungen, erweitern die Gefäße, verhindern die Bildung von Blutgerinnseln und beeinflussen möglicherweise auch das Immunsystem positiv.

Mikronährstoffe

sind Vitamine und Mineralstoffe. Sie haben keine Kalorien, sind aber lebensnotwendig und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Sie haben zahlreiche Funktionen im Körper: Stoffwechselregulation, Bestandteile von Enzymen, Hormonen, des Blutes, notwendig für die Informationsübertragung zwischen Nerven und Muskeln, Wirkungen im Immunsystem,...

Ballaststoffe

sind unverdauliche Stoffe, die der Körper zwar nicht lebensnotwendig braucht, die aber zahlreiche positive Funktionen haben (z. B. Verbesserung der Verdauung, eventuell Schutz vor Darmkrebs, Cholesterinspiegel senkend).

Sekundäre Pflanzenstoffe

sind Schutzstoffe, die Pflanzen bilden, um sich vor widrigen Einflüssen, wie Sonneneinstrahlung, Tierfraß und dergleichen zu schützen. Diese Stoffe haben auch im menschlichen Körper zahlreiche Schutzfunktionen: Sie wirken u. a. als Antioxidantien, Cholesterinspiegel senkend, Blutzucker regulierend oder hemmen das Keimwachstum. Häufig werden sekundäre Pflanzenstoffe auch „bioaktive Stoffe“ genannt.

Antioxidantien

sind Nahrungsbestandteile, die den Körper vor den schädlichen Einflüssen von so genannten freien Radikalen schützen. Freie Radikale sind aggressiven Sauerstoffverbindungen („Oxidantien“), die am Alterungsprozess und der Krebsentstehung beteiligt sind. Antioxidantien sind z. B. die Vitamine C und E, Beta-Carotin (eine Vorstufe von Vitamin A) und viele sekundäre Pflanzenstoffe.