Das Wohlfühlgewicht

Menschen sind verschieden, zum Glück! So, wie wir unterschiedliche Schuhgrößen oder auch Augenfarben haben, sind auch unser Gewicht und unsere Körperformen nicht gleich.

Vieles ist genetisch bedingt, z.B. die Fettverteilung: Frauen, die ihr Körperfett vor allem an Gesäß und Oberschenkeln haben, werden es nie gänzlich von dort wegbekommen. Selbst wenn sie abnehmen, dann passiert das zuerst dort, wo sie das meistens gar nicht möchten: im Gesicht und am Oberkörper. Das Fett an den Hüften aber verteidigt der Körper für Notzeiten.

Leider hat sich in unserer Gesellschaft ein Schönheitsideal etabliert, das nicht nur unrealistisch, sondern – zumindest für Frauen –  auch gefährlich ist. Die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für das gesunde Gewicht zeigt einen großen Spielraum. DAS gesunde Gewicht gibt es nicht. Vielmehr gibt es einen Bereich, innerhalb dessen jede/-r sein/ihr gesundes Wohlfühlgewicht finden sollte. (Siehe weiter unten das Beispiel von Anna.)

Ein erwachsener Mensch sollte einen Body-Mass-Index (BMI) zwischen 18,5 und 25 haben und im Lauf seines Erwachsenenlebens nicht mehr als fünf Kilogramm zunehmen.

Das ist gesund.


Wie berechnet man den BMI?

Gewicht in kg / Größe in m / Größe in m
Ein Beispiel: Anna ist 1,65 m groß und hat 70 kg. Ihr BMI beträgt damit 25,7 (70 / 1,65 / 1,65). (Berechnung und Auswertung sind für Frauen und Männer gleich.)

Ungesund und gefährlich wird es bei einem BMI unter 18,5
(Stichwort: Magersucht) und über 25, dann spricht man nämlich von Übergewicht.
Ein BMI ab 30 wird als Adipositas bezeichnet.
Ein BMI über 25, und vor allem einer ab 30 ist mit zahlreichen gesundheitlichen Problemen verbunden: Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, Arterienverkalkung, Herzinfarkt, Schlaganfall, einige Krebserkrankungen, Kurzatmigkeit, Schmerzen des Bewegungsapparates, ... - um nur einige davon zu nennen.

Gefährlich ist vor allem das Übergewicht, bei dem das Fett rund um den Bauch sitzt. Das wird als Apfelform bezeichnet und kommt hauptsächlich bei Männern vor. Die so genannte Birnenform, die bei Frauen häufiger ist, ist weniger gesundheitsschädlich. Bei den meisten Frauen wandelt sich die Birnenform im Lauf der Wechseljahre allerdings auch zu einer Apfelform. Damit steigt auch das Gesundheitsrisiko.

Der Bauchumfang – gemessen an der dicksten Stelle des Bauches, das ist meistens in Nabelhöhe –
sollte bei Männern unter 102 cm und bei Frauen unter 88 cm sein.

Zurück zu unserem Beispiel:

Anna (1,65 m, 70 kg) ist mit einem BMI von 25,7 an der Grenze zum Übergewicht. Adipös wäre sie ab 82 kg.
Untergewichtig mit weniger als 50 kg. Das ist auch das Gewicht, mit dem sie vermutlich Modelmaße hätte. Der Bereich des gesunden Gewichts beträgt für Anna dagegen 50 bis 68 kg!

Anna hat genetisch bedingt eine birnenförmige Fettverteilung. Das stört sie, sie möchte an den Hüften abnehmen und entschließt sich zu einer Diät aus einem Frauenmagazin, die minus fünf kg in zwei Wochen verspricht. Was passiert? Anna nimmt zwar drei Kilos ab, und zwar überall, nur nicht an den Hüften. Sie wirft vorzeitig das Handtuch und hat innerhalb kürzester Zeit die drei Kilo wieder drauf – an den Hüften, denn der Körper lässt sich nicht überlisten und speichert das Fett wieder dort, wo er es immer schon bevorzugt abgelegt hat. Anna ist verzweifelt, jetzt ist alles noch schlimmer!
Sollte Anna diese Diät noch zwei, drei Mal machen, wird sie sich Ihre Figur gänzlich ruinieren.

Deshalb: Hände weg von Radikaldiäten! Gesundes Abnehmen funktioniert nur durch Ernährungsumstellung, langsam und in Kombination mit Bewegung!