Zusatzstoffe

Zusatzstoffe sind auch als „E-Nummern“ bekannt und genießen einen äußerst schlechten Ruf.

Sie sind aber nicht von vornherein schlecht, manche verlängern z.B. die Haltbarkeit auf natürliche Weise.

Zusatzstoffe  sind auch nicht grundsätzlich eine neue Erfindung der Lebensmittelindustrie. Manche werden bereits seit Jahrtausenden verwendet: Salz und Rauch beispielsweise, die bereits in der Frühgeschichte zur Konservierung von Fleisch verwendet wurden. Oder die Konservierungsstoffe Alkohol und organische Säuren wie z. B. die Milchsäure für die Haltbarmachung von Sauerkraut. Der Fortschritt in der Lebensmitteltechnologie und auch die Erwartungen der KonsumentInnen an Lebensmittel haben allerdings zur Entwicklung und Verwendung einer Vielzahl von Zusatzstoffen geführt, die man kaum mehr überblicken kann.

Zusatzstoffe werden verwendet, um beispielsweise die technologischen (Streichfähigkeit, Backeigenschaften) oder chemischen Eigenschaften, das Aussehen, die Konsistenz, die Haltbarkeit oder auch die ernährungsphysiologische Qualität eines Lebensmittels zu verbessern.

Ihre Verwendung ist gesetzlich geregelt: Was EU-weit nicht ausdrücklich genehmigt ist, darf nicht verwendet werden. Derzeit sind circa 300 Zusatzstoffe zugelassen, für Bio-Produkte nur circa 50. Um zugesetzt werden zu dürfen, muss ein Stoff technologisch erforderlich sein und die zugesetzte Menge muss einer guten Herstellungspraxis entsprechen. Neu zugelassen wird ein Zusatzstoff nur dann, wenn wissenschaftliche Untersuchungen zuvor ergaben, dass er unbedenklich ist. Die meisten Zusatzstoffe sind auch tatsächlich unbedenklich oder sogar von Nutzen: Die Zuckeraustauschstoffe Sorbit und Xylit in Kaugummis und Bonbons wirken beispielsweise karieshemmend. Bei besonders empfindlichen Menschen kann es dennoch zu unerwünschten Reaktionen auf verschiedene Zusatzstoffe kommen. Außerdem sind manche Zusatzstoffe aus gentechnisch veränderten Organismen hergestellt, was nicht gekennzeichnet werden muss. 

Wenn Sie auf Zusatzstoffe lieber verzichten möchten, sollten Sie die Lebensmittelverpackung aufmerksam lesen. Denn jeder Zusatzstoff, der verwendet wurde, muss in der Zutatenliste angeführt sein – entweder mit seiner E-Nummer oder mit seinem Namen. Außerdem muss die Klasse des Zusatzstoffs angegeben sein, also z. B. „Farbstoff E104“ oder „Verdickungsmittel Carageen“.

Einen Überblick über Zusatzstoffe und mögliche unerwünschte Wirkungen bietet das E-Nummernverzeichnis der Wiener Arbeiterkammer.